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Arbeitsrecht: Typische Fallstricke für Startups - In: Allgemein

In : Allgemein Comments : 0 Author : Shaghayegh Date : 27 Jun 2016
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Am Anfang steht oft nur die Idee und der Wille diese auch umzusetzen. Sei es eine innovative Geschäftsidee oder ein etabliertes Geschäftsmodell. Viele Gründer starten in der Anfangsphase ihrer Unternehmung oft als Einzelkämpfer. Relativ schnell wird dann jedoch ein Punkt erreicht, an dem die anfallenden Aufgaben unmöglich alleine bewältigt werden können. Da die meisten Gründer, gerade nach den ersten Erfolgen weiter wachsen wollen, gibt es dann nur einen Weg: Die ersten Mitarbeiter müssen gefunden werden und man wird zum Arbeitgeber.

In dieser Phase werden oft Fehler gemacht, welche schlussendlich sogar die Existenz des gesamten Unternehmens gefährden können. Wir stellen euch hier die typischen Fallstricke des deutschen Arbeitsrechts vor, welche es unbedingt gilt zu umschiffen.

1. Problem der Scheinselbstständigkeit

Viele Unternehmensgründer arbeiten gerade zu Beginn gerne mit sogenannten freien Mitarbeitern zusammen. Der vermeintliche Vorteil: Kein Arbeitsvertrag und damit keine Verpflichtungen wie z.B. Sozialabgaben und bezahlte Urlaubs- und Krankheitstage. Das deutsche Arbeitsrecht trifft allerdings viele allgemeine Regelungen und bewertet die meisten Situationen aus rein objektiver Sicht. Das beudeutet in der Praxis, dass der vermeintlich freie Mitarbeiter oft die gleichen Kriterien eines angestellten Mitarbeiters erfüllt und somit als schneinselbstständig eingestuft wird. Dieses Risiko sollte daher von vornherein vermieden werden. Unter Umständen muss der Arbeitgeber nämlich in einem slchen Fall die Sozialversicherungsbeiräge der letzte vier Jahre nachzahlen. Bei mehreren Mitarbeitern kann die Höhe der geforderten Gesamtsumme das junge Unternehmen schnell in eine finanzielle Schieflage bringen.

2. Zu viele Überstunden

Besonders zu Beginn wird oft bei Tag und Nacht gearbeitet und die Mitarbeiter häufen schnell einen gewaltigen Berg an Überstunden an. Aus arbeitsrechtlicher Sicht gibt eszwei wichtige Begrenzungen in Sachen Überstunden: Zum einen die Arbeitszeit, die im Vertrag vereinbart wurde und zum anderen die gesetzlichen Grenzen der Arbeitszeit, welche sich aus dem Arbeitszeitgesetz ergeben. Wird die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit überschritten, kann der Arbeitnehmer Nachzahlungen gerichtlich geltend machen. Bei einer Überschreitung der gesetzlichen Grenze kommt es zudem zu einer Ordnungswidrigkeit, sodass in der Regel ein nicht unerhebliches Bußgeld zu erwarten ist.

3. Praktikanten

Gerade in der Startupszene sind Praktikanten, welche für einen kurzen Zeitraum für eine geringe Vergütung das Unternehmen unterstützen äußerst beliebt. Ein Praktikant (häufig Studenten) soll in erster Linie etwas Lernen und sich für einen späteren Berufseinstieg orientieren. In vielen Startups fehlt allerdings oft die Zeit und der Wille sich um die eingestelten Praktikanten wirklich zu kümmern. Die Folge ist, dass der Praktikant voll mitarbeiten soll und so als günstige Arbeitskraft dem Unternehmen zur Verfügung steht. Auch hier müssen die genauen gesetzlichen Bestimmungen für Praktikanten unbedingt beachtet werden, damit es nicht zu ener Nachzahlung der Sozialversicherungsbeiträge kommen kann.

4. Stellenausschreibung

Seitdem in Deutschland das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) gilt, müssen Unternehmen bei der Ausschreibung von Stellen besonders aufpassen. So wäre z.B. eine Stellenauschreibung mit dem Titel „Junge, weibliche Mitarbeiterin für Sekretariatsbereich gesucht“ äußerst problematisch, da sie ältere, männliche Bewerber diskriminiert. jeder Unternehmer sollte sich daher unbedingt mit den wichtigen Regelungen des allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz vertraut machen um Klagen von abgelehnten Bewerbern von vornehrein zu vermeiden.

5. Die Beschaffenheit des Arbeitsplatzes

In der Gründerzeit geht es häufig drunter und drüber. Die angemieteten Büroräume werden schnell zu klein, sodass neue Mitarbeiter zum Teil in fensterlosen Nebenräumen provisorisch untergebracht werden. Es gibt aber bestimmt Grundregeln in Bezug auf ausreichend Luftzufuhr, Platz und Nichtraucherschutz, welche unbedingt eingehalten werden sollten. Ansonsten drohen bei Behördenbesuchen hohe Bußgelder.

Nächste Woche stellen wir euch weitere fünf Fallstricke vor …

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